Klimaexpedition von geoscopia

Umweltbildung am Leibniz-Gymnasium

 

Ein besonderer Unterricht erwartete die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 am Leibniz-Gymnasium: Die Organisation geoscopia Umweltbildung machte mit ihrer sogenannten Klimaexpedition Halt an der Schule. Referent Holger Voigt brachte dabei nicht nur einen Vortrag, sondern auch echte Satellitentechnik mit auf den Schulhof. Dort wurde eine Antenne aufgebaut, mit der aktuelle Bilder eines geostationären Wettersatelliten empfangen werden konnten. Auf den Aufnahmen war ein großer Ausschnitt der Erde zu sehen: Afrika und Europa, weite Teile des Atlantischen Ozeans sowie ein Abschnitt des Indischen Ozeans. Anhand dieser Live-Bilder ließ sich anschaulich erklären, wie Wetterphänomene entstehen und sich über große Regionen hinweg entwickeln. Der Vortrag war bewusst interaktiv gestaltet. Immer wieder stellte Voigt Fragen an das Publikum, sodass die Schülerinnen und Schüler aktiv mitdenken und ihr Wissen einbringen konnten. Zu Beginn ging es um grundlegende Zusammenhänge unseres Planeten: Wie entstehen Tag und Nacht? Warum gibt es Jahreszeiten? Dabei wurde unter anderem die Rolle der Ekliptik und der Erdrevolution erläutert. Auch langfristige Veränderungen des Erdklimas wurden thematisiert, etwa Warm- und Eiszeiten, die unter anderem mit der langsamen Pendelbewegung der Erdachse – der sogenannten Präzession – zusammenhängen. Aktuelle Ereignisse wurden ebenfalls aufgegriffen. So diskutierten die Schülerinnen und Schüler unter anderem einen kürzlich gemeldeten Meteoriteneinschlag in Rheinland-Pfalz. Solche Beispiele dienten als Einstieg, um über naturwissenschaftliche Prozesse und ihre Beobachtung zu sprechen. Ein zentraler Teil des Vortrags beschäftigte sich mit dem Klimawandel. Die Jugendlichen sollten zunächst schätzen, wie stark die durchschnittliche Temperatur der Erde bereits gestiegen ist. Die Antworten fielen unterschiedlich aus – tatsächlich beträgt der globale Anstieg derzeit rund 1,28 °C.

Dabei wurde auch erklärt, dass sich die Erwärmung regional sehr unterschiedlich ausprägt. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle der Ozeane: Rund 91 Prozent der zusätzlichen Wärme, die durch den Treibhauseffekt entsteht, wird von den Weltmeeren aufgenommen. Gleichzeitig erläuterte Voigt wichtige Treiber der globalen Erwärmung, etwa die Stromproduktion aus Kohle – die lange Zeit günstig war und in Deutschland stark genutzt wurde –, den wachsenden Flugverkehr sowie Brandrodungen im tropischen Regenwald. Anhand konkreter Beispiele zeigte der Referent auch, wie sich Klimaveränderungen bereits heute nachweisen lassen. Dazu gehört etwa der drastische Rückgang des Tschad-Sees, dessen Fläche sich um rund 90 Prozent verringert hat – sowohl durch klimatische Veränderungen als auch durch intensive Wassernutzung durch den Menschen. Weitere Hinweise sind tropische Wirbelstürme, die inzwischen in neuen Regionen auftreten, extreme Hochwasserereignisse wie das Jahrhunderthochwasser an der Ahr sowie das fortschreitende Schmelzen der Polkappen. Im letzten Abschnitt richtete sich der Blick nach vorn: Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es? Dazu stellte Voigt sogenannte „Mut-Lose“ vor – kurze Beispiele für Projekte und Maßnahmen aus aller Welt, die zeigen, dass Veränderungen möglich sind. Diese positiven Beispiele sollten Mut machen und gleichzeitig zum Nachdenken anregen, wie jeder Einzelne im Sinne eines ökologischen Handabdrucks selbst aktiv werden kann. Die Klimaexpedition bot den Zehntklässlern damit nicht nur fundierte Informationen über Wetter, Klima und Klimawandel, sondern auch die Gelegenheit, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse anschaulich und interaktiv zu erleben.