Hoher Besuch am Leibniz-Gymnasium in St. Ingbert. Zwei Mitglieder des japanischen Generalkonsulates aus Frankfurt waren am Donnerstag, dem 12.03.2026, beim jährlichen Schulbesuch im Rahmen der Veranstaltung „Japan im Klassenzimmer“ zu Gast. Nach der Begrüßung durch den Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums, Erik Brill, informierten die Japanologin, Carolin Scholz, und die Vizekonsulin des Generalkonsulates, Okuno Maiko, die SchülerInnen der Klassenstufe 9 in einem anschaulichen Vortrag über das japanische Schulsystem und den Schulalltag. In der sich anschließenden praktischen Phase der Veranstaltung durften die etwa 120 SchülerInnen die japanische Radiogymnastik in der Turnhalle ausprobieren.
Der Vortrag begann mit einer Übersicht über das japanische Schulsystem, in dem die SchülerInnen sowohl über die längere Grundschulzeit als auch über die Schuluniformen, die fester Bestandteil in Japan sind, informiert wurden. Im Zuge dessen durften die Neuntklässler die japanische Begrüßung der LehrerInnen zu Unterrichtsbeginn erproben, die aus einem Aufstehen, einer Verbeugung und einem Hinsetzen besteht. Danach wurde den SchülerInnen ein klassischer Tagesablauf eines japanischen Schülers präsentiert, der für Staunen, aber auch interessierte Nachfragen sorgte. Einige Jugendliche waren sehr überrascht, dass ein Schultag in Japan bis in den späten Nachmittag hinein andauert. Denn die SchülerInnen reinigen nach Unterrichtsende zuerst noch das Schulgebäude, bevor sie gegen 18 Uhr nach Hause gehen. Dort müssen dann noch bis in die späten Abendstunden die Hausaufgaben und die Vorbereitungen für den nächsten Schultag erledigt werden. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde es dann etwas Praktischer. Die Referentinnen hatten ein Video zur japanischen Radiogymnastik mitgebracht, deren Übungen die SchülerInnen in der Turnhalle selbst erproben durften. Die sogenannte Radiogymnastik („Rajio taiso“) erfreut sich großer Beliebtheit in Japan und gehört dort zum festen Bestandteil des Alltages. Was heute in Japan „Rajio taiso“ heißt, gibt es schon seit fast 100 Jahren. Seither wird die japanische Gymnastik in Schulen, Büros und Regierungsgebäuden praktiziert. Kinder lernen die Choreografie von klein auf und die Rentner des Landes kommen zu hunderten in Japans Parks zusammen, um diese Tradition bis ins hohe Alter zu pflegen. Es handelt sich bei der Radiogymnastik um ein etwa 10-minütiges Workout-Programm, das den ganzen Körper in Schwung bringen soll: Arm- und Hüftkreisen, Stretchübungen für den Rücken und die Beine sowie hüpfende Bewegungen sollen dabei den Körper aktivieren. Nach wenigen Übungsversuchen hatten auch die SchülerInnen des Leibniz-Gymnasiums die Choreografie verinnerlicht. Es wurde gemeinsam gehüpft, gedehnt und sich bewegt und die Stimmung in der Turnhalle war ausgelassen.
Insgesamt haben die SchülerInnen während der Veranstaltung sehr viel über das japanische Schulsystem und den Tagesablauf von japanischen SchülerInnen gelernt und vor allem die Radiogymnastik hat den Neuntklässlern viel Spaß bereitet, da sie Abwechslung in den Schulalltag gebracht hat.




