Binationale Begegnung

Besuch in Polen

Binationale Begegnung mit Polen vom 13.09. – 19.09.2026

Unter dem Oberthema „Wege zur Erinnerung“ setzten sich 20 Jugendliche der Klassenstufe zehn des Leibniz Gymnasiums St. Ingbert und 20 Jugendliche aus Polen eine Woche lang intensiv mit der deutsch-polnisch-jüdischen Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs auseinander. Die Begegnung wurde vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert und fand in Zusammenarbeit mit dem Ökologischen Schullandheim Gersheim (Spohns Haus) statt.

Den Auftakt bildete die gemeinsame Erkundung von Krakau. Die Jugendlichen lernten dabei sowohl die historische Altstadt als auch die Spuren jüdischen Lebens in der Stadt kennen. Ein weiterer Schwerpunkt der Woche war der ganztägige Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, bei dem sich die Gruppe mit der Geschichte des nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers auseinandersetzte.

Anschließend verbrachten die Jugendlichen den überwiegenden Teil der Woche in Jarosław, der Heimatstadt der polnischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gleichzeitig ist die Stadt mit dem bekannten Filmproduzenten Samuel Spiegel verbunden. Neben der Erkundung Jarosławs und dem Besuch der Schule der polnischen Jugendlichen standen verschiedene gemeinsame Workshops auf dem Programm.

Dabei beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem mit Bräuchen und Traditionen der jüdischen Kultur, den Schicksalen ausgewählter Stadtbewohner während des Zweiten Weltkriegs sowie mit polnisch-jüdischen Tänzen. Ein weiterer Workshop widmete sich dem Thema „Zivilcourage und moralische Verantwortung in der heutigen Welt“. Die Jugendlichen erhielten dabei Gelegenheit, historische Ereignisse mit Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der persönlichen Verantwortung in der Gegenwart zu verbinden.

Zum Programm gehörten außerdem Besuche verschiedener außerschulischer Lernorte. Die Gruppe besuchte das Museum der Polen, die während des Zweiten Weltkriegs Juden retteten, und setzte sich dort mit den Geschichten von Menschen auseinander, die trotz der Gefahren Verfolgten halfen. Ein weiterer Ausflug führte in das Freilichtmuseum in Markowa, das Einblicke in das Leben in einem polnischen Dorf des 19. Jahrhunderts vermittelt.

Neben der intensiven Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung bot die Begegnungswoche auch viel Raum für den persönlichen Austausch. Gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse ermöglichten es den Jugendlichen, sich über kulturelle und nationale Grenzen hinweg kennenzulernen. So war die Woche nicht nur von zahlreichen neuen Eindrücken und historischen Erkenntnissen geprägt, sondern auch von viel Spaß, gegenseitigem Austausch und neuen Freundschaften.

Die deutsch-polnische Jugendbegegnung zeigte damit, wie wichtig gemeinsame Erinnerungsarbeit für junge Menschen sein kann: Geschichte wurde nicht nur an historischen Orten und in Workshops vermittelt, sondern auch durch persönliche Begegnungen und gemeinsame Erfahrungen erlebbar gemacht.